Asexualitätsinterview im weird Stadtmagazin Bielefeld

Heute bin ich via Twitter auf ein Asexualitätsinterview gestoßen, das ich euch nicht vorenthalten möchte.  Ich fand das Interview durchaus interessant und informativ und freue mich, dass ein Magazin eine solch intensive Darstellung von Asexualität ermöglicht.

Etwas stutzig wurde ich bei der Verwendung des Ausdrucks A* für Asexualität, Aromantik und Aplantonik. Das ist ein Ausdruck, den ich einmal für einen Artikel in meinem Blog verwendete, weil er sich in diesem Kontext anbot. Mir wäre allerdings nicht bekannt, dass das in der Community in diesem Sinne genutzt wird, um die Begriffe zusammenzufassen. Ich persönlich würde den Ausdruck auch nicht außerhalb des Rahmens meines Artikels nutzen.

Ich stimme nicht ganz damit überein, dass durch den Begriff A* die einzelnen Orientierungen marginalisiert und unsichtbar gemacht werden. Dies wäre der Fall, wenn der Begriff in allen Belangen stellvertretend genutzt werden würde. Es ist aber gelegentlich durchaus sinnvoll, Begriffe zusammenzufassen, wenn man in einem übergeordneten Rahmen argumentiert. Nach gleicher Argumentation könnte man auch sagen, dass der Begriff Queer abzulehnen sei, weil er sehr unterschiedliche Identitäten zusammenfasst und dadurch unsichtbar macht. Die Frage ist auch hier, auf welchem Abstraktionsniveau eine Debatte gerade geführt wird. Manchmal kann das sinnvoll sein, manchmal wird es aber auch leider genutzt, um die explizite Nennung von Identitäten bewusst zu vermeiden.

Nichtsdestotrotz finde ich das Interview sehr lesenswert.

Advertisements

3 Kommentare zu “Asexualitätsinterview im weird Stadtmagazin Bielefeld”

  1. Cool, ich wusste nicht, dass das Interview rezipiert wurde! (Ich oute mich jetzt mal als Autor_in.) Ja, es ist außerordentlich lang geworden, sorry dafür…
    Zu dem A*: die Frage wurde mir so vorgegeben, ich hatte mich damit, ehrlich gesagt, nicht allzu sehr auseinandergesetzt. Ich stimme durchaus zu, dass es sinnvoll sein kann, Überbegriffe zu nutzen, und habe ja auch gesagt, dass Asexualität, Aromantik und Aplatonik eine vergleichbare Erfahrung verbindet. Aber, wie du sagst, es ist kontextabhängig. In dem Moment wollte ich darauf hinaus, allen Personen mit einem „a“ vor der Orientierung/Identität/usw Raum zu geben , und sie nicht auf einen mageren Buchstaben zu beschränken, nur, damit sie „auch mal erwähnt“ werden.

    Gefällt mir

  2. Danke für den Hinweis! Hab mich jetzt noch nicht ganz durch diese Textwolke gearbeitet.
    Das mit dem A* ist mir so direkt auch noch nicht begegnet. Ich weiß aber, dass es mal in den USA ein bisschen Proteste gab, weil eine LSBT+ Organisation „A is for ally“ schrieb. Im Zuge der Diskussion wurde das dann um „asexual“ und „aromantic“ erweitert.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s